MEDEA

Als Mythos des Kindermords arbeitet Medea im kollektiven Unbewussten gegenwärtiger Entwürfe einer Mutter-Kind-Beziehung.
Was ist die Schnittmenge der absoluten Destruktivität, die am Ort des totalen Vertrauens hervorbricht?
Bei Euripides, Seneca und Hans Henny Jahnn finden sich drei Versuche, das Monströse einzuhegen. Die Erklärungen tasten sich an der Logik von Politik und Recht, von Sexualität und Körperlichkeit und einer verklärten Schuldzu(rück)weisung entlang.
Mit den Medea-Bearbeitungen werden drei Wege einer Frau zum Mord nachgezeichnet und die Erklärungsansätze aus einer heutigen Perspektive überprüft.
Die Handlung wird dazu ins Nirgendwo verlegt: Als Sigel der Fremde, des Verfalls und der fieberhaften Gegenwärtigkeit der unbewussten Angstbilder nimmt der theatrale Nicht-Ort den eigentlichen Ort des Schreckens ins Visier: den Zuschauerkopf.

Nach dem Tanztheater METAMORPHOSE lädt das junge Künstlerkollektiv TANZMUSIKPOESIE, bestehend aus Ksenia Ravvina, Mattis Kuhn und Jonas Englert, mit MEDEA zu seiner zweiten Zusammenarbeit ein.
Der dem Theaterabend zu Grunde liegende Text wurde von den Dramaturgen María Fernández, Florian Heller und Sophie Rintelmann zusammengestellt.

Freitag, 30.09.2011 / 20:30 UHR
und
Samstag, 01.10.2011 / 20:30 UHR
und
Sonntag, 02.10.2011 / 20:30 UHR
Frankfurt LAB, Schmidtstraße 12, 60326 Frankfurt am Main
Eintritt frei

mit
Nadja Bobyleva / Schauspiel
Marlene Hoffmann / Schauspiel
Karoline Stegemann / Schauspiel
Natalia Mariel Gomez / Tanz
Ksenia Ravvina / Regie
Jonas Englert / Musik / Ton
Mattis Kuhn / Raum / Licht
Johanne Schröder / Kostüm
María Fernández / Dramaturgie
Florian Heller / Dramaturgie
Sophie Rintelmann / Dramaturgie